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Ein Schuh für Schäuble

Dresden Nazifrei, Pforzheim Nazifrei – überall nazifrei!

Mittwoch, 25. Januar 2012 von Moritz

Im Februar werden vielerorts Nazis versuchen Geschichte zu verdrehen. Das muss nicht sein – Nazis entschlossen entgegentreten:

Wieder Nazis in Dresden blockieren!

http://www.dresden-nazifrei.com/

An der Uni Hamburg sieht das dann so aus:

http://pirat-inn-en.de/

 

Nicht nur Großaufmärsche gilt es zu verhindern, auch in Pforzheim werden wieder Fackelnazis auftauchen:

Pforzheim. Von einer „Provokation und inakzeptablen Schändung dieses ganz besonderen Tages für die Stadt Pforzheim“ spricht Oberbürgermeister Gert Hager. Er meint die rechtsextremistische Fackel- „Mahnwache“ am 23. Februar, organisiert und als Veranstaltung auf dem Wartberg angemeldet vom „Freundeskreis Ein Herz für Deutschland“(FHD). Man wolle das nicht länger hinnehmen.

http://www.pz-news.de/

Auch, wenn Herr Hager  und die SPD das mit dem Extremismus noch nicht ganz geballert haben, ab nach Pforzheim!

Die haben es richtig gemacht:

Pressemitteilung zum Aufruf des Bündnis Pforzheim Nazifrei PDF Drucken E-Mail
Die Unterzeichnenden aus der Initiative gegen Rechts sprechen sich – trotz weitgehender Übereinstimmung – gegen den Aufruf des von Oberbürgermeister Hager mitinitiierten Bündnis „Pforzheim Nazifrei“ aus und werden den Aufruf nicht unterzeichnen. Dennoch werden sie die Demonstration und Kundgebung am 23. Februar aktiv und positiv begleiten.

Die im 3. Absatz des Aufrufes neu formulierte sehr kurzfristig eingebrachte Änderung zeigt, dass die konservativen Kräfte in diesem Bündnis linkspolitische Gruppen bewusst ausgrenzen wollen. Eine solche Art des politischen Umgangs miteinander kann die Initiative gegen Rechts mehrheitlich nicht mittragen.
Der Satz »Pforzheim ist eine […] Stadt, in der extremistisches Gedankengut ganz gleich ob von rechts oder links keinen Platz hat« kann die Initiative so nicht unterzeichnen, denn der 23. Februar steht in keiner Beziehung zu linken Bewegungen oder Gedankengut. Nachdem der Gemeinderat in seiner Entscheidung über die Resolution zum 23. Februar im Jahr 2010 die Gleichsetzung von links und rechts explizit aus der Resolution per Mehrheitsentscheidung entfernt hat, fällt dieses Bündnis durch den Aufruf hinter diese Entscheidung zurück.
Diese so genannten „Linksextremisten“ waren die ersten und vor allem die „wichtigsten“ Opfer der Nazis. Namen wie Carl von Ossietzky, Felix Fechenbach und Erich Mühsam sollten niemals vergessen werden – davor schon Kurt Eisner und Matthias Erzberger, wobei letzterer sicher kein „Linksextremist“ war.
Diese negative Entwicklung des Bündnis-Aufrufes ist sehr bedauerlich. Dass dieser Passus hinterrücks und äußerst kurzfristig eingefügt wurde, ist eine Missachtung des langjährigen  Engagements der Initiative gegen Rechts . Das Bündnis Pforzheim Nazifrei sollte auf eine gleichberechtigte Partnerschaft aufbauen. Aber so geht man mit Partnern nicht um.

Ich habe mich so geärgert, dass ich einen Leserbrief (Extremismus der Mitte) an die regionalen Zeitungen geschrieben habe, vielleicht wird er ja abgedruckt…

 

Operation Blitzkrieg

Freitag, 06. Mai 2011 von Moritz

Ich komm aus Pforzheim, das is rechts von Karlsruhe

Freitag, 18. Februar 2011 von Moritz

Natürlich ist Pforzheim geographisch östlich, rechts gibt es hier trotzdem einiges zu entdecken. Beim Gang von der Nordstadt Richtung Sparkassen Bling-Bling Turm findet man mal ein Antiantifa Graffiti an der Hauswand neben dem Pflaumenbaum oder ein paar islamfeindliche Aufkleber am Bahnhof. In Pforzheim findet man aber auch immer wieder Gewalttaten von rechts. Eventuell geschah die jüngste Tat am letzten Samstag:

PFORZHEIM. Ein 18-jähriger türkischstämmiger Jugendlicher ist am vergangenen Samstag auf dem Pfälzer Platz durch einen Messerstich in die Nierengegend verletzt worden – möglicherweise von einem Rechtsradikalen

Den ganzen Artikel könnt ihr auf pz-news.de weiterlesen, ob sich der Verdacht bestätigt ist abzuwarten!

Was man nicht abwarten muss, ist der Fackelmarsch der PFaschisten am 23. Februar! Es gibt nämlich am 19. Februar schon eine Gegendemo, ich rufe euch zum Besuch dieser Gegendemo auf! Pforzheim nazifrei! Werdet aktiv gegen Nazis in Pforzheim, Dresden und an JEDEM anderen Ort!

“Pforzheim und Dresden nazifrei” – Aktionen des Bundes der Antifaschisten (VVN-BdA)

Zwei wichtige Aktionen gegen Neonazis finden am 19. Februar 2011 statt. Bundesweit ruft die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN/BdA) zur Blockade des jährlichen Naziaufmarsches in Dresden auf. In Baden-Württemberg mobilisiert die VVN zusätzlich zur Demonstration und Kundgebung “Pforzheim nazifrei!” auf.

Von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN/BdA)

Redner ist der VVN-Kamerad Heinz Hummler

Die Veranstaltung in Pforzheim beginnt am Samstag, 19. Februar 2011, um 14 Uhr am Waisenhausplatz. Einer der Redner wird der VVN-Kamerad Heinz Hummler sein, dessen Vater Anton Hummler wegen Widerstands von den Nazis hingerichtet wurde. In Pforzheim findet der nunmehr einzige regelmäßige Naziaufmarsch in Baden-Württemberg in Form eines Fackelaufmarsches auf dem Wartberg am Mittwoch, 23. Februar 2011, statt.

Nachdem sich dagegen jahrelang keine gemeinsamen Gegenaktivitäten zusammengefunden haben, gibt es nun ein breites Bündnis das zur Aktion “Pforzheim nazifrei!” aufruft. Wer nicht nach Dreden kann, sollte auf alle Fälle nach Pforzheim.

Inhalt des Flugblattes zur Veranstaltung “Pforzheim nazifrei!”:

“Pforzheim nazifrei! Wir wollen nicht zulassen, dass Vorurteile gegen Minderheiten, Rassismus, Gewalt- und Kriegsverherrlichung erneut an politischem
Einfluss gewinnen.

Seit 1994 veranstaltet der rechtsradikale ‚Freundeskreis ein Herz für Deutschland‘ (FHD) fast jedes Jahr am 23. Februar eine Fackelmahnwache, um der ‚deutschen Opfer‘ 1 des Angriffs auf Pforzheim 1945 und des 2. Weltkriegs zu gedenken. Die Mahnwache ist mittlerweile mit 100 – 200 Teilnehmer/-innen die größte regelmäßige faschistische Veranstaltung in Baden-Württemberg.

Gespenstische Atmosphäre

Hier können Rechte 2 aller Strömungen ungestört zusammenkommen, sich austauschen und Gemeinschaft erleben. Sie bedienen sich einer gespenstischen Atmosphäre: Um 19.40 Uhr entzünden sie ihre Fackeln und währenddessen beginnen in der ganzen Stadt für 20 Minuten die Kirchenglocken zu läuten; ansonsten herrscht andächtige Stille. Diese Stimmung kann Einsteiger/-innen in die rechte Szene beeindrucken und alte Nazis festigen; es vermittelt allen, dass sie nicht alleine sind; dass an den rechten Parolen schon was dran sein wird, weil es sich richtig anfühlt.

Die rechtsradikale Szene in Pforzheim

In Pforzheim gibt es nicht nur am 23. Februar eine starke Naziszene. Sie ist über das gesamte Jahr aktiv und zeichnet sich durch eine große Mobilisierungsfähigkeit unter Jugendlichen aus. Ebenso ist sie überregional vernetzt und kann auf Strukturen wie auf das Stallhaus Germania in Mühlacker/Lomersheim zurückgreifen. Öffentlich in Erscheinung treten sie hauptsächlich bei Demonstrationen und durch zum Teil bewaffnete Übergriffe, wie im Oktober 2008, als etwa 15 Neonazis aus dem Umfeld des „Heidnischen Sturmes Pforzheim“ 3 ein Konzert der Aktion ‚Laut gegen Nazis‘ bewaffnet angriffen oder im Mai 2009, als drei Neonazis einen 14-Jährigen auf Grund seiner Hautfarbe durch die Pforzheimer Nordstadt jagten.
Aktuell griffen im Mai etwa 50 Personen mit Stahlknüppeln bewaffnet einen Dönerladen in der Nordstadt an. Sie riefen dazu auf, den Laden zu zerstören und anzuzünden.

Nazis müssen es schwer haben, Fuß zu fassen

Lasst uns als Pforzheimer/-innen ein Klima schaffen, in dem Nazis es schwer haben, Fuß zu fassen. Dazu müssen wir gemeinsam deutlich machen, dass wir Menschen nicht nach ihrer Herkunft beurteilen dürfen.

Geschichte als Anknüpfungspunkt

Am 23. Februar wird der 17.000 Toten gedacht, die in Pforzheim 1945 ums Leben kamen. Meist werden dabei Erlebnisse von Pforzheimer/-innen während und nach dem Luftangriff aufgezeigt. Neben der Trauer um Verwandte, die viele ältere Pforzheimer/-innen durchleben, wird auch symbolisch aller Opfer von Krieg und Gewalt gedacht. Der Weg von 1933 bis zur Zerstörung der Stadt wird hingegen nur begrenzt und im Stadtbild und der medialen Öffentlichkeit kaum wahrnehmbar nachgezeichnet. So entsteht leicht der Eindruck, dass Pforzheim zufällig kurz vor Kriegsende angegriffen wurde.

Von Nazi-Deutschland begonnener Krieg

Dabei war es die Härte des von Nazi-Deutschland begonnenen und von der Bevölkerung mehrheitlich mitgetragenen Vernichtungskriegs, die nun auch auf Pforzheim zurück fiel. Die Lehre aus dem 23. Februar kann nur lauten: Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg! Wir brauchen einen verantwortungsvollen Umgang mit der deutschen Geschichte. Das muss bedeuten, die Bedingungen und Mechanismen dieses Krieges und der industriellen Massenvernichtung zu benennen, und nicht, sich auf zwangsläufig durch Krieg hervorgerufenes Leid zu fokussieren. Aus Geschichte zu lernen muss bedeuten, dass von deutschem Boden nie wieder ein Krieg ausgehen darf [Willi Brandt]. Wir treten dafür ein, dass dieser gesellschaftliche Konsens wiederhergestellt und verteidigt wird! Eine solch klare Positionierung in der Stadt würde es dem FHD ungemein erschweren, sich der allgemeinen Trauerstimmung zu bedienen und sich selbst als eine Trauergruppe unter vielen darzustellen.

Für ein Pforzheim ohne Nazimahnwache am 23. Februar

Wir möchten an die erfolgreiche Demonstration zum 23. Februar 2010 anknüpfen. Über 500 Demonstrant/-innen haben klar gemacht: Für Nazis und ihre Inhalte ist in Pforzheim kein Platz! Auf unserer Open-Space-Konferenz ‚Wie positioniert sich Pforzheim gegen Rechts‘ war ein Ergebnis, dass wir uns das gesamte Jahr mit Rassismus in all seinen Facetten auseinandersetzen müssen. Konkret zum 23. Februar sollten wir uns dabei ein Beispiel am Bündnis ‚Dresden nazifrei‘ nehmen, das es am 13. Februar 2010 geschafft hat, mit Massenblockaden als Aktion des zivilen Ungehorsams den größten regelmäßigen Naziaufmarsch in der Bundesrepublik zu verhindern. Unsere Perspektive kann nur ein Pforzheim sein, das gemeinschaftlich und aus der Bevölkerung dafür sorgt, dass hier keine Naziveranstaltungen stattfinden können! Für ein Pforzheim ohne Nazimahnwache am 23. Februar!
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1 Nazis verstehen unter Deutschen diejenigen, die sie zu ihrer konstruierten ‚Volksgemeinschaft‘ zählen; so gehören beispielsweise Jüdinnen und Juden, Behinderte oder politische Gegner/-innen nicht zu den Deutschen.
2 Unter ‚Rechts‘ verstehen wir sowohl offen faschistische Bestrebungen als auch Formen des Rechtspopulismus, jedoch keine demokratischen Kräfte
3 Der Heidnische Sturm Pforzheim ist eine 2005 gegründete, rechtsradikale Kameradschaft.

Weitere Informationen und Kontakt:

VVN – Bund der Antifaschisten, Landesvereinigung Baden-Württemberg e.V., Böblinger Straße 195, 70199 Stuttgart

Telefon 0711 603237

Fax 0711 600718

 

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